Rosemarie Wrede-Grischkat zu Gast

Frau Wrede-Grischkat ist eine bekannte Expertin zum Thema Manieren, Autorin mehrerer Bücher und gefragte Gesprächspartnerin im TV. Sie ist einer Einladung von Ingo / Jan zu unserem Tisch gefolgt. Frau Wrede-Grischkat ist u.a. engagiert im Zonta-Club.

Rosemarie Wrede-Grischkat

Rosemarie Wrede-Grischkat

Sie berichtet lebendig und hat eine Menge Anekdoten und Erfahrungen. Sie beherrscht das Thema virtuos ohne dabei allzu streng zu sein. Es geht vor allem darum, zu wissen, was sich gehört, wann man sich nicht konform verhält und sensibel für das Verhalten seines Umfeldes zu sein. Frau Wrede-Grischkat stellt sich unseren vielen Fragen und hat zu allem eine Antwort aus ihrem reichhaltigen Erfahrungsschatz.

Zwei Schmankerl aus dem Vortrag:

„Hähnchen ist man mit Besteck. Die Finger werden nur benutzt, wenn ein Fingerbecken zur Verfügung steht.“ So, jetzt ist das auch mal geklärt. „Keine braunen Schuhe im Geschäft. Auch nicht zum blauen Anzug. Es sei denn Sie sind Italiener.“

Und einige  Stichworte aus dem wertvollen Vortrag:

Was haben Manieren – also das persönliche (eher private?) Verhalten mit beruflichem Werdegang zu tun? Zunächst: sobald Sie vor Ihre Türe treten, ist Ihr Verhalten „öffentlich“, also keineswegs „privat“. („Ist doch meine Sache, was ich wohin anziehe…“)

Ihr Auftreten provoziert immer Reaktionen bei den Menschen, denen Sie begegnen – und sei es die, dass es Kriterien über Ihre Persönlichkeit zur Verfügung stellt, anhand derer Sie eingeordnet werden.Höflichkeit wird zu Recht als ein Zeichen für persönliche Souveränität angesehen – und ist entschiedener Maßen kein Zeichen von Schwäche! Menschen mit Minderwertigkeitsgefühlen oder unsicherem Auftreten tun sich schwer, anderen respektvoll zu begegnen. Sie glauben, mit Höflichkeit sich etwas zu vergeben.

Was verstehen wir heute unter guten Umgangsformen?

Gute Umgangsformen und „Haltungen“ sind ausgedrückte Signale für Achtung und Respekt vor anderen. Rollen- und situationsbedinge Verhaltenserwartungen. Verhaltensformen sind Rang- bzw. rollengebunden und situationsabhängig

Erforderlich: Höfliche und freundliche Kommunikationsformen (nur „korrekt“ reicht nicht). Das korrekte Auftreten manifestiert sich in der Erfüllung einer bestimmten Verhaltenserwartung des „maßgebenden“ Umfelds; es sei denn, man wolle sich als bewusst eingesetzte Strategie von dessen Verhaltenserwartung absetzen, d.h. gegen sie „verstoßen“. Unabdingbar für das gewollte Umgehen mit der gültigen Verhaltenserwartung ist jedoch deren Kenntnis.

In allen Kulturvölkern sind Formen der Ausdruck für die Achtung vor der Würde anderer Menschen. Solche „Formen“ der Kultur sind unerlässliche elemente zur Steuerung der Impulse, Aggressionen und Affekte der Natur. Ursprünglich dienten „Formen“ als Riten oder Stammspezifische Verhaltensnormen dem Schutz der Schwächeren vor herabsetzendem Verhalten durch Stärkere. Mit der zeit er-reichten sie den Status traditioneller Anforderungen an das persönliche Verhalten jedes Einzelnen. („So was tut man nicht!“)

Die Sitten, Moralgesetze und Gesellschaftsnormen zu respektieren heißt, sich nicht in verletzender Weise gegen sie zu verhalten. Beispiele für Signale des Respekts aus unserem Kulturkreis:

– Bitte und Danke sagen
– Entschuldigung sagen – bei Verletzung der Distanzzone anderer
– Grüßen
– Unerlässlich, sich beim Handschlag gegenseitig in die Augen zu blicken
– Herren und junge Frauen stehen zur Begrüßung auf
– Pünktlichkeit ist der höfliche Umgang mit anderer Leute Zeit
– Menschen mit ihrem Namen anreden
– Jemanden beim Sprechen ansehen
– Zuhören können
– Die aufrechte, nicht legere Haltung
– In korrekter Kleidung erscheinen (geschlosseners Jackett)
– In den Mantel helfen
– Eine Tür für jedweden Nachkommenden aufhalten, Vortritt gewähren, Anklopfen,…

Frau Wrede-Grischkat hat an diesem Abend noch viel mehr erzählt, aber hier enden die Karten. Wer also Appetit auf mehr bekommen hat, dem empfiehlt Frau Grischkat die folgenden Titel:

Rosemarie Wrede-Grischkat: Manieren und Karriere – Internationale Verhaltensregeln für Führungskräfte
John Morgan: Debrett´s new Guide to Etiquette and Modern Manners

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